Der Gründer der Firma, Josef Volek,
war Möbeltischler und stammte aus Horní Bečva. Im Jahre 1897 eröffnete er dort ein Schreinergewerbe, das er dann im Jahre 1900 nach Vigantice und später nach Valašské Meziříčí verlegte. An der Palacký-Strasse entwickelte er aus einer Schreinerei eine Möbelfabrik, die Ende der 20er Jahren zu den erfolgreichsten Betrieben am Ort gehörte. Viele der Mitarbeiter waren als Absolventen der Berufsfachschule für Holzverarbeitung in Valašské Meziříčí imstande, wahre Kunstwerke an Möbelstücken nach Wunsch und Geschmack der Kunden herzustellen. Mit Möbeln der Firma Volek wurden Banken, Behörden, Versicherungen und auch Privatwohnungen eingerichtet. Um seinen Betrieb modernisieren und erweitern zu können, nahm Josef Volek im Jahre 1926 einen grossen Kredit bei der hiesigen Sparkasse auf. Zur Zeit der Wirtschaftskrise gab es jedoch nicht genug Aufträge. Als die Firma ihren Verpflichtungen gegenüber der Sparkasse nicht mehr nachkommen konnte, beendete letztere im Jahre 1933 zunächst die Tätigkeit der Firma. Später im Jahre 1938 übernahm sie das ganze Firmengebäude an der Palacký-Strasse und verkaufte es an die Stadt. Aus der Möbelfabrik sollte eine städtische Armenanstalt werden.
Jindřich Jelínek trat Anfang der 20er Jahre in die Firma Volek ein. Bald wurde er zum wichtigsten Mitarbeiter des Betriebs. Der Firmenbesitzer Josef Volek gab ihm sogar eine seiner drei Töchter zur Ehefrau. Zur Zeit des Betriebsniedergangs in den 30er Jahren eröffnete Jindřich Jelínek ein eigenes Schreinergewerbe und mit seinen Qualitätserzeugnissen sicherte er sich bald einen guten Absatz. Im Jahre 1938 konnte er dann zur gro?en Freude von Josef Volek das Familieneigentum zurückerwerben, Dank der opferbereiten und uneigennützigen Unterstützung des Sägewerkbesitzers J. Křižan aus Valašské Meziříčí und der Hilfe des Stadtrates.
Er wurde zum Leiter der Firma „Jindřich Jelínek – Möbelherstellung“, die an die Qualitätsarbeit von Josef Volek anknüpfte. Jindřich Jelínek hatte einen ausgeprägten Geschäftssinn, der ihn neben seinen weiteren Eigenschaften wie Verlässligkeit, Fleiß und Geschick zum Erfolg prädestinierte. Ende der 30er Jahre befindet sich seine Firma trotz der schwierigen Weltsituation im Aufschwung. Schrittweise werden alle Schulden zurückgezahlt und es bleiben noch Mittel für nötige Investitionen in die Betriebseinrichtung übrig.
Nach Ende des 2.Weltkriegs wollte Jindřich Jelínek endlich die schon früher geplante Produktionserweiterung zustande bringen. Dazu kam es jedoch nicht, da im Jahre 1948 der Betrieb verstaatlicht wurde. Seit 1951 wirtschaftete hier die Volksmöbelgenossenschaft, die die Eheleute Jelíneks als ihre Mitarbeiter anstellte und ihnen erlaubte, in dem eigenhändig erbauten Gebäude zu wohnen. Im Jahre 1957 starb Frau Božena Jelínková. Ihr Sohn Vlastimil fand seinen neuen Arbeitsplatz in Prag, Tochter Jindřiška zog nach Havířov. Jindřich Jelínek blieb noch ein paar Jahre in Valašské Meziříčí und ging erst kurz vor seinem Lebensende in ein Seniorenheim nach Ostrau, wo er 1979 starb. Unter der staatlichen Führung wurde Quantität der Qualität vorgezogen, die künstlerische Note der Produktion verkam zu einem reinen Zweckcharakter und die Qualitätsarbeit verschwand allmählich.